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Was ist DMN (Decision Model and Notation)? Kurz erklärt!

Stellen Sie sich vor, Sie möchten unbedingt in den Urlaub fahren. Sie träumen vom Rauschen des Meeres, von Düften auf orientalischen Märkten oder Expeditionen durch den Urwald. Sie brauchen dringend eine Auszeit, haben aber leider nur begrenzte Urlaubstage und Budget. Welche Reise ist nun die richtige zum Entspannen und Erholen?

Solche oder ähnliche Entscheidungen müssen wir tagtäglich treffen, sowohl im Geschäftsleben als auch im Alltag Zuhause. Dabei ist stets die Frage: Wie entscheide ich etwas „richtig“, unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren?

Und genau das ist die entscheidende Frage: Wie, oder vielmehr wieso habe ich mich so entschieden? Um dies nachzuvollziehen zu können, ist es wichtig, die genauen Gründe für die Entscheidung zu wissen. Das Wissen über den Entscheidungsweg alleine reicht aber nicht aus. Die daraus resultierenden Regeln müssen im Arbeitsleben dokumentiert werden, damit die Entscheidungen auch von anderen nachvollziehbar und reproduzierbar sind. Im Geschäftsleben behilft man sich hier mit Ablaufdiagrammen, die hoch komplexe Verschachtelungsstrukturen aufweisen und nur mäßig lesbar sind.

Beispiel: Urlaubsfindung mit BPMN

Nehmen wir unser Urlaubsbeispiel unter Verwendung der Prozessmodellierungsnotation BPMN. Es soll anhand des Erschöpfungsgrades und des verfügbaren Resturlaubs entschieden werden, welche Art Urlaub am besten ist.

 

Urlaubsplanung_mit_BPMN.png
 
Urlaubsplanung anhand von BPMN

 

Die Entscheidungsfindung wird durch viele Verzweigungen dargestellt, welche ein großes Netz an Auswahlmöglichkeiten bietet. Diese oder ähnliche Arten von modellierten Entscheidungen trifft man in nahezu jedem Unternehmen. Sie sind schwer lesbar und noch schwerer konsistent zu halten. Genau aus diesem Grund hat die Object Management Group (OMG) den neuen Standard zur übersichtlichen Entscheidungsfindungen ins Leben gerufen – Decision Model and Notation, kurz DMN.

Was ist DMN?

Die Decision Model and Notation schafft eine gemeinsame Basis im Unternehmen, um Entscheidungsregeln zu dokumentieren. Ziel der DMN ist es, eine gemeinsame Notation zu schaffen, die für alle Business-Bereiche leicht lesbar und nachvollziehbar ist. Angefangen vom Business Analysten, der die Entscheidungsanforderungen dokumentiert, über den technischen Entwickler, der die Entscheidungsregeln im Prozess automatisiert, bis hin zum Fachbereich, welcher die Entscheidungsregeln anwendet und überwacht.

 

BusinessAnalyse_zur_Transparenz.png
 
Was ist DMN: Von der Businessanalyse über die Automatisierung durch die IT zur Transparenz im Fachbereich

 

Warum DMN?

Die Kurzauflistung zeigt, was DMN ist und warum DMN genutzt wird:

  • Standardisierte Sprache zur fachlichen Dokumentation/Modellierung von Entscheidungen
  • Darstellung von Anforderungen an die zu automatisierende Entscheidungsfindung
  • Hilft bei der Implementierung der automatisierten Entscheidungsfindung
  • Ermöglicht eine bessere Kommunikation zwischen Fachbereich, Analysten und IT
  • Sehr gut kombinierbar mit Geschäftsprozessmodellen aus der BPMN

Wozu nutzt man DMN?

DMN wird genutzt um häufig durchgeführte Entscheidungen im operativen Alltagsgeschäft eines Unternehmens oder einer Abteilung transparent zu machen. Prozesse mit komplexen Entscheidungen können durch DMN genauer dokumentiert und von allen Beteiligten leichter nachvollzogen werden. Geschäftsprozesse lassen sich in Kombination mit der DMN übersichtlicher und klarer modellieren.

Wozu nutzt man DMN nicht?

Strategische Entscheidungen eignen sich nicht zum Abbilden in DMN.

Hierfür gibt es verschiedene BPM-Techniken wie beispielsweise die SWOT-Analyse, PEST-Analyse oder Porter‘s-Five-Forces. Aus Modellierungssicht kann hier vor allem ArchiMate ® 3.0 unterstützen. Basierend auf den modellierten Ergebnissen lassen sich strategische Entscheidungen und Umsetzungen ableiten.

Wie verwendet man DMN?

DMN setzt sich aus dem Entscheidungsdiagramm und der Entscheidungstabelle zusammen. Mit dem Entscheidungsdiagramm (Decision Requirements Diagram) lassen sich komplexe Geschäftsregeln grafisch abbilden. Zur weiteren Verfeinerung und automatisierbaren Entscheidungsfindung eignet sich die Entscheidungstabelle (Decision Table).

Zusätzlich lässt sich die DMN einfach mit dem Standard für Prozessmodellierung – BPMN – verknüpfen. Komplizierte und schwer verständliche Entscheidungsabläufe im BPMN-Prozess lassen sich durch die Verwendung der DMN übersichtlicher und lesbarer modellieren.

Beispiel: Urlaubsfindung mit DMN

 

BPMN+DRD+Tabelle-Übersicht.png
Entscheidungsfindung mithilfe eines DMN Diagramms und der zugrunde liegenden Entscheidungstabelle

 

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Weiterführende Informationen

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Unser Training „DMN – Entscheidungen beherrschbar machen“  vermittelt Ihnen tiefergreifendes Wissen zum Thema, das Training „DMN lernen und in Innovator abbilden“ lernen Sie, Entscheidungen mit Hilfe DMN standardisiert im Innovator abzubilden.

In dem Beitrag DMN, ACM, BPM, BRM, CMMN – Alles klar? wird ein Begriffssystem mit Bezug auf BPM als Grundlage etabliert. In dem Beitrag Warum DMN, ACM und normatives BPM? steht der Unterschied zwischen den drei Teildisziplinen BPM's im Vordergrund und wann man welche davon verwendet.

Auf der Website der Object Management Group finden Sie weitere Informationen und Spezifikationen zu DMN: http://www.omg.org/spec/DMN.

Sven Dobke

geschrieben von Sven Dobke

Sven Dobke hat an der Technischen Hochschule Nürnberg Wirtschaftsinformatik studiert. Während dieser Zeit war er bei der Siemens AG im Bereich Software- und Prozessmodellierung und als Tutor an der TH Nürnberg tätig. Bei seinen Tutorien konzentrierte er sich auf die praktische Anwendung von eLearning. Diese führte er im Blended Learning Format (Kombination aus Präsenz und eLearning) durch. Seit 2014 ist Herr Dobke als Trainer für MID tätig. Neben der Etablierung von eLearning als Trainingsmethode in der MID-Akademie, zählen Business Process Management, Enterprise Architecture Management und die modellgetriebene Softwareentwicklung zu seinen Schwerpunkten.

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