In heutigen Unternehmen sind Geschäftsprozesse, IT-Strukturen, eingesetzte Hardware, aber auch die verschiedenen Softwarelösungen mittlerweile so komplex miteinander verknüpft, dass ohne vollständiges Unternehmensmodell kaum mehr die Chance besteht, den Überblick über Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu behalten. Deshalb ist die Relevanz von Enterprise Architecture Management (EAM) in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Mit EAM als ganzheitlicher Initiative gelingt es Unternehmen, ihre Organisation vollumfänglich zu betrachten und so vorausschauend strategische Ziele durch eine optimierte Architekturverwaltung zu erreichen. Doch was ist EAM genau und warum solltest auch Du jetzt Dein eigenes Unternehmensmodell aufbauen? Wir verraten es Dir!

Was ist Enterprise Architecture Management (EAM)?


EAM setzt sich mit allen Ebenen eines Unternehmens auseinander und ist ein unterstützendes Werkzeug, um die umfangreichen Informationen zusammenzubringen. Klassischerweise betrachtet man in der Enterprise Architektur 3 Ebenen (Business Layer, Application Layer, Technology Layer). Nutzt Du zur Abbildung der Informationen ein zentrales Modell, so kannst Du ganz einfach den digitalen Zwilling Deines Unternehmens darstellen, der Deine gesamte Unternehmensarchitektur von Prozessen, IT-Systemen, Anwendungen, bis hin zu Deinen Unternehmensbereichen umfasst. Mit diesem Abbild gewinnst Du die Transparenz über Zusammenhänge und Abhängigkeiten bei Dir im Unternehmen. Also genau das, was Du benötigst, um strategische Entscheidungen vorausschauend treffen zu können. Die Einsatzszenarien von EAM sind unglaublich vielfältig. Wir zeigen Dir drei konkrete Beispiele, in welchen Situationen Du von EAM profitierst:

3 typische Szenarien, in denen Du von EAM profitierst

  • Besonders in wachsenden und größeren Unternehmen zeigt sich immer wieder die Situation, dass Softwarelösungen nur silomäßig in einzelnen Abteilungen eingesetzt werden. Das führt dazu, dass zahlreiche Tools nicht alle Einsatzgebiete bzw. Abteilungen erreichen. So bleibt das Potenzial der oftmals kostspieligen Lösungen ungenutzt oder führt sogar dazu, dass mehrere Tools im Einsatz sind, die dasselbe Featureset mitbringen. Ein Unternehmensmodell verschafft hier die erforderliche Transparenz über Softwarelösungen mit ihren Einsatzgebieten, trägt dazu bei, Redundanzen zu verhindern und so die Kosten sowie den hohen Verwaltungsaufwand zu minimieren

  • Ein weiterer gängiger Fall ist die Anforderung, einen oder mehrere IT-Server umzuziehen oder gar abzuschalten, um Kosten zu minimieren. Dabei taucht immer wieder die Unsicherheit auf: Welche Anwendungen laufen überhaupt auf welchen Servern und welche Konsequenzen hat mein Handeln? Historisch gewachsene IT-Landschaften sind hierfür oftmals die Ursache. Mit EAM erkennst Du auf einen Blick, welche Anwendungen wo implementiert sind. Das verschafft zum einen die notwendige Sicherheit und hilft Dir zum anderen dabei, erforderliche Maßnahmen zu initiieren, wie zum Beispiel betroffene Unternehmensbereiche mit einzubeziehen. Im Übrigen: EAM verhindert auch, dass dieses Wissen in Zukunft in den Köpfen einzelner Personen ist. Ein gepflegtes Unternehmensmodell wächst kontinuierlich mit und sorgt dafür, dass das Knowhow über IT-Strukturen und Systemlandschaften nicht mehr bei einzelnen Personen, sondern zentral in einem Modell liegt. So bleibt Dein Unternehmen auch bei personellen Veränderungen handlungsfähig und zukunftssicher.

  • Des Weiteren kannst Du mit EAM Risiken frühzeitig erkennen und diese vorausschauend managen. Diese Risiken können sowohl durch externe Einflüsse als auch durch interne Abhängigkeiten entstehen. Ein Beispiel hierfür sind Abhängigkeiten von einzelnen Personen, Prozessen oder aber auch IT-Anwendungen. Mit EAM behältst Du Deine Risiken im Blick und kannst diese managen, indem Du diese Schwachstellen identifizierst und rechtzeitig Maßnahmen in die Wege leitest. So bleibst Du dank vorausschauender Analysen kontinuierlich handlungsfähig.

Alle Vorteile von EAM im Überblick

Die Vorteile von Enterprise Architecture Management sind natürlich noch viel weitreichender und bringen einen entscheidenden Mehrwert für das gesamte Unternehmen auf allen Ebenen mit. Hier findest Du unsere Shortlist, die für eine Einführung von EAM spricht:

  • Strategische Ausrichtung unterstützen
  • Effizienz steigern
  • Risiken minimieren
  • Agilität und Flexibilität gewährleisten
  • Innovationskraft fördern

Strategische Ausrichtung unterstützen: EAM ermöglicht eine klare Ausrichtung der IT- und Geschäftsstrategie, um sicherzustellen, dass die IT-Systeme die Geschäftsziele optimal unterstützen. Durch die Identifizierung strategischer IT-Initiativen und deren Ausrichtung auf die Unternehmensziele wird ein holistischer Ansatz für die IT-Planung ermöglicht.

Effizienz steigern: Durch eine verbesserte Planung, Standardisierung und Rationalisierung der IT-Landschaft können Unternehmen ihre Effizienz steigern und zugleich Kosten senken. Durch die Optimierung von Prozessen, die Konsolidierung von Systemen und die Minimierung von Redundanzen kann EAM dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Betriebskosten zu senken.

Risiken minimieren: EAM hilft Dir dabei, Risiken im Zusammenhang mit IT-Systemen und Prozessen zu identifizieren und zu minimieren, indem es eine konsistente und sichere Architektur schafft. Durch die Bewertung von Sicherheitsrisiken, die Identifizierung von Schwachstellen und die Implementierung von Kontrollmechanismen trägt EAM dazu bei, die Sicherheit der Unternehmensdaten und -anwendungen zu gewährleisten.

Agilität und Flexibilität: Mit einer gut durchdachten Unternehmensarchitektur können Unternehmen agiler auf Veränderungen reagieren und neue Geschäftsanforderungen schnell umsetzen. Durch die Schaffung einer flexiblen und skalierbaren IT-Infrastruktur können sich Unternehmen an veränderte Marktbedingungen anpassen und Wettbewerbsvorteile erzielen.

Innovationsförderung: Erfolgreiches EAM schafft außerdem eine Grundlage für Innovation. Mit Hilfe eines vollständigen Modells gelingt die Integration neuer Geschäftsmodelle und Technologien deutlich einfacher und schneller. Das erleichtert die Einführung von Innovationen im Unternehmen.

Wo ist EAM im Unternehmen verankert?

EAM sollte eine unternehmensweite Initiative sein, die eng mit verschiedenen Fachabteilungen und Ebenen eines Unternehmens verflochten ist und dennoch gibt es verschiedene Ansätze, um EAM im Unternehmen zu verankern.

  1. EAM-Abteilung als Stabstelle
    Bei diesem Ansatz wird eine spezialisierte Abteilung bzw. ein unabhängiges Team eingerichtet, das sich ausschließlich mit Enterprise Architecture Management befasst. Hier zeigt sich, dass die bisherige Distanz oft hilft, die einzelnen Elemente zu erfassen, da noch kein oder kaum unternehmensspezifisches Wissen vorliegt.

  2. Integration in bestehende IT-Abteilungen
    Eine weitere Möglichkeit ist EAM in bestehende IT-Abteilungen zu integrieren. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn diese Abteilungen bereits Verantwortlichkeiten für die technologische Infrastruktur und Systeme des Unternehmens tragen. So können bereits erste Grundstrukturen geschaffen werden.

Welche Variante sich besser eignet, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich und damit individuell zu betrachten. Hilfreich bei der Entscheidungsfindung sind die Fragen „Was will ich mit EAM erreichen?“ und „Wo soll der Schwerpunkt meiner EAM-Aktivitäten liegen?“. Betreibt man beispielsweise EAM vor allem, um Transparenz über die Softwareschnittstellen des Unternehmens zu erhalten, kann es sinnvoll sein, die EAM-Aktivitäten in die Verantwortung der IT zu legen. Ist der Schwerpunkt eher ein Business-IT-Alignment zu erreichen, ist möglicherweise eine Stabstelle oder -abteilung sinnvoll, damit die Architekten nicht als Vertreter der Fachbereiche oder Vertreter der IT wahrgenommen werden. In beiden Fällen sollte aber die Geschäftsführungsebene miteinbezogen werden, denn übergeordnetes Ziel von EAM ist es, die strategischen Ziele des Unternehmens mit Hilfe von Architektur Management zu unterstützen.

Dich haben die Vorteile von EAM überzeugt und Du fragst Dich, wie Du jetzt am besten mit EAM loslegst? Im zweiten Teil unserer Blogreihe findest Du alles was Du zur EAM-Dokumentation wissen musst. Entdecke die verschiedenen Bausteine und Beziehungen der EAM-Dokumentation und profitiere von unseren Tipps, worauf Du bei der Auswahl Deines EAM-Werkzeug achten solltest. 

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