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Buchrezension: Design Thinking - Das Handbuch

 Arnold Senn

 9 Aug 2016

Buchrezension

 

Abbildung Buch Cover "Design Thinking - Das Handbuch"
Abbildung Buch Cover "Design Thinking - Das Handbuch"

 

Der erste Eindruck weckt Lust auf mehr

Wer kennt es nicht: Man hält ein unbekanntes Buch in den Händen und lässt die Seiten einfach mal wie Mr. Spock am Daumen entlang streifen, um einen ersten Einblick zu bekommen. Zugegeben, er war jetzt nicht gerade der spontane „creative thinking designer“, aber bei seiner Art des Lesens sind mir in meiner ersten Leseprobe sofort die vielen ansprechenden Bilder aufgefallen. Es wird Spaß machen, das Buch zu lesen.

Schon im Vorwort wird klar: Eines wird sofort, gut und schnell dargestellt, „Design Thinking“ ist eine Vorgehensweise, die sich nicht, wie sich vielleicht irrtümlich vermuten lässt, auf den Begriff des Designs, der optischen Präsentation eines Produktes, reduzieren lässt. Man mag nur die erste der drei Spalten mit treffenden Beispielen in der Einleitung lesen und bekommt sofort eine Vorstellung, wohin die Reise geht.

Es ist ein Arbeits- und kein Lesebuch

Ein Arbeitsbuch, welches auch als solches verstanden werden kann. Keine sich lange dahinschleppenden und theoretisch überladenen Was-Wäre-Wenn-Sollte-Szenarien-Kapitel.

Wer versucht, es von vorne nach hinten einmal durchzulesen, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer eine Einführung in „Design Thinking“ sucht und punktuell Informationen und Hilfsmittel aus der angewendeten Praxis benötigt, für den ist "Design Thinking - Das Handbuch" ein perfektes Arbeitsbuch.

Aufbau des Buchs

Den Hauptinhalt des Buches machen zwei Hauptkapitel aus. Zu Beginn werden theoretische Grundlagen wie zum Beispiel die Arten der Design-Zyklen praxisnah erklärt. Im zweiten großen Hauptkapitel, als Werkzeugkasten bezeichnet, werden von den verschiedensten Vorgehensweisen über praktische Tipps bis hin zu Materialempfehlungen, um in den Entwicklungsphasen schnell zu einem guten Ergebnis zu kommen, viele wichtige Punkte erklärt. Eher amüsant sind dann wirkliche Kleinigkeiten, dass z.B. auf einer Seite empfohlen wird, auf Post-it-Zettelchen keine langen Erklärungen zu schreiben, worauf dann auf der folgenden beispielhaft für Projektarbeit eine ganze Wand mit überfüllten Post-it-Zettelchen abgebildet ist. Aber nichtsdestotrotz, so kompakt auf den Punkt gebracht habe ich noch in keinem Buch solche eigentlich selbstverständlichen Aspekte der Produktentwicklung gefunden. Und es sind viele derer hilfreichen Empfehlungen und Hinweise in diesem Buch.

In den folgenden Kapiteln werden praktische Beispiele und Fallstudien aufgeführt und präsentiert. Es zeigt: Design-Thinking kann sehr gut leben, wenn man es denn auch lebt und wagt, das Produkt selbst zu reflektieren. Das Vorgehen sollte einfach in viel mehr Unternehmen akzeptiert, gelebt und unterstützt werden. Deswegen hier aus meiner Sicht eine Empfehlung der eigentlichen Zielgruppe der potentiellen Leser: Projektverantwortliche und Management. Sie stellen Raum, Zeit und Materialien.

Zusammengefasst gesagt: Vieles in dem Buch kam mir nicht unbekannt vor und treibt mich persönlich in der täglichen Arbeit. Den großen Unterschied macht aber aus, dass hier die Dinge strukturiert, klar und gut verständlich beim Namen genannt werden und ein gewisses Bauchgefühl formalisiert wird, ohne die notwendige Kreativität einzuschränken.

Mir hat es sehr viel Spaß bereitet, "Design Thinking - Das Handbuch" zu lesen.

Kritische Punkte werden nicht behandelt - fehlen aber auch nicht

Kritisch ist aus meiner Erfahrung nur anzumerken, dass im Design-Thinking aber auch Gefahren liegen. So schön die agile Welt sein mag. Es gibt Projektgrößen, ab der mit einer agilen Vorgehensweise Probleme auftreten, die unbemerkt ausufern können und zeitliche und finanzielle Rahmen und Ziele sprengen. Hier heißt es einfach: Selbstkontrolle, Projektkontrolle und Start-Ziel-Kontrolle. Parallelen zu realen Projekten sind nun rein zufällig, aber Opernhäuser und Flughäfen lassen sich einfach nicht agil realisieren (auch wenn es vielleicht den Anschein haben mag). Diese Art der kritischen Betrachtung und Vorgehensweise, welche Projekte welche Vorgehensweise erfordern, war kein Bestandteil des Buches und so habe ich eine entsprechende Ausarbeitung auch nicht wirklich vermisst.

Fazit: Zur Einführung in die Thematik ein tolles Arbeitsbuch

Und zum Schluss: Gibt es etwas, das mir an diesem Buch nicht gefällt? Ja, die farblichen Hinterlegungen einzelner Textstellen entsprechen nicht meinem subjektiven Gefühl und hätte ich vielleicht weggelassen.

Das ist aber absolut zu vernachlässigen bei diesem tollen Arbeitsbuch.

"Design Thinking - Das Handbuch" von Falk Uebernickel, Walter Brenner, Therese Naef, Britta Pukall, Bernhard Schindlholzer,
erschienen im Verlag Frankfurter Allgemeine Buch
240 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3956010651
Preis: 29,90 EUR

Arnold Senn

geschrieben von Arnold Senn

Arnold Senn ist seit 2007 Senior Consultant und Trainer bei der MID GmbH.

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