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Warum DMN, ACM und normatives BPM?

BPM lässt sich in drei gleichwertige Teildisziplinen teilen: BRM, ACM und normatives BPM. In dem heutigen Beitrag erfahren Sie, wann welche Teildisziplin von BPM zum Einsatz kommt.

 Das unten stehende Begriffssystem dient als Grundlage für die Erklärung, wann welche der Teildisziplinen zum Einsatz kommt.

 

BPM_Begriffsystem.png
 
BPM Begriffsystem

 

Die Begriffserklärungen von BPM und seinen Teildisziplinen finden Sie im Blogbeitrag „DMN, ACM, BPM, BRM, CMMN – Alles klar?“.

 Die Begriffe sind also klar, bleibt die Frage, warum DMN für Business Rule Management benutzt wird und wie normatives BPM und Adaptive Case Management (ACM) dazu passen.

Warum DMN?

Die Business Rules werden auf unterschiedliche Arten dargestellt. Häufig werden sie textuell beschrieben. Diese Beschreibungsform bietet einfachen Zugang, besitzt jedoch mehrere Nachteile, wie zum Beispiel die wechselnde Qualität der Texte und die damit verbundene geringe Verständlichkeit komplexer Business Rules. Es fehlt der Überblick.

Sollen Business Rules automatisiert werden, dient die textuelle Beschreibung als Input für eine technische Realisierung. Der geringe Formalisierungsgrad kann aber leicht zu Missverständnissen oder gar Fehlern führen. Hinzu kommt, dass durch diesen Übergabeprozess fachlich notwendige Änderungen nicht so schnell umgesetzt werden können.

Standards, wie zum Beispiel die Decision Model and Notation (DMN), adressieren diese Punkte. Die DMN bietet neben der grafischen Notation für Business Rules auch eine eigene formale Sprache FEEL (Friendly Enough Expression Language).

Mit der im Standard beschriebenen grafischen Notation lassen sich die Business Rules im Unternehmen identifizieren und herunterbrechen. DMN kann von der Identifikation bis zur Automatisierung von Business Rules verwendet werden, ähnlich wie BPMN für Prozesse.

Mit der Sprache FEEL, die DMN ebenfalls definiert, lassen sich die Business Rules so beschreiben, dass sie sowohl leicht verständlich als auch interpretierbar sind, zum Beispiel auch von Maschinen. Entscheidungstabellen sind sicher das bekannteste Beispiel und spezifizieren weitere relevante Informationen im Entscheidungsprozess auf. Durch die Spezifikation lassen sich die Business Rules mit einem DMN Modell direkt automatisieren.

DMN am Beispiel einer Autovermietung

Im unten stehenden Beispiel wird die Entscheidung über die Höhe einer Kautionsgutschrift bei einer Autovermietung dargestellt. Wie Sie sehen, spielen verschiedene Faktoren einen Einfluss auf die Höhe der Kautionsgutschrift, wie zum Beispiel die Details aus dem Mietvertrag und der Rückgabezustand des Mietwagens.

 

DMN_Beispieldiagramm.png
 
DMN Beispieldiagramm (dargestellt mit dem MID Innovator):
Wie wird die Höhe der Kautionsgutschrift ermittelt?

 

In der Entscheidungstabelle werden Informationen über den Rückgabezustand sowie deren Herkunft, in dem Fall von der Versicherung (Input) und der abgeleiteten Konsequenz (Output) dargestellt.

 

Entscheidungstabelle.png
 
Entscheidungstabelle für die Ermittlung der Kautionsgutschrift
(dargestellt mit dem MID Innovator)

 

Da DMN wie CMMN und BPMN unter dem Dach der Object Management Group (OMG) entwickelt wurden, lässt sich DMN auch in diese integrieren.

Wie passen normatives BPM und ACM zu DMN?

Normative Prozesse eignen sich für eine Automatisierung, da im Vorfeld klar ist, in welcher Reihenfolge welche Schritte zu erledigen sind. Eine formale Beschreibung mit BPMN hilft, Potentiale für die Automatisierung zu identifizieren.

An Verzweigungen in diesen Prozessen müssen Entscheidungen getroffen. Diese Entscheidungsfindung wird idealerweise nicht im Prozess, sondern in Business Rules mit Hilfe von DMN beschrieben. Im Prozess wird anschließend mit den Ergebnissen gearbeitet. Insbesondere Entscheidungen, die sich häufig ändern, werden ausgelagert und können so flexibel angepasst werden, ohne den Prozess anpassen zu müssen.

Adaptive Prozesse profitieren auch von DMN. Wie in unserem Artikel zu Adaptive Case Management bereits ausgeführt, wird in ACM nicht beschrieben, WIE etwas zu erledigen ist, sondern WAS erreicht werden soll. Dennoch wird der Mitarbeiter nicht allein gelassen. Bei der Definition von adaptiven Prozessen werden Empfehlungen oder Best-Practices aufgenommen bzw. geplant. Der Mitarbeiter kann jedoch in diesem Rahmen je nach Fall, Datenlage und Erkenntnisgewinn bei der Bearbeitung des Falls unterschiedliche Maßnahmen ergreifen. Mit Regeln, die in DMN beschrieben werden, können die Möglichkeiten für Mitarbeiter automatisch auf sinnvolle Aktionen reduziert werden.

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Weiterführende Informationen

In dem Blogbeitrag Was ist DMN (Decision Model and Notation)? Kurz erklärt! erfahren Sie in kürze zusammengefasst, was DMN ist, wozu man es (nicht) benutzt sowie warum es eingesetzt wird.

In dem Beitrag DMN, ACM, BPM, BRM, CMMN – Alles klar? wird ein Begriffssystem mit Bezug auf BPM als Grundlage etabliert.

Björn Hardegen

geschrieben von Björn Hardegen

Björn Hardegen ist seit 2013 Product Manager bei MID und verantwortlich für Innovator. Zuvor hat er erfolgreich als Senior Consultant in mehreren Softwareprojekten im privaten und öffentlichen Sektor im Bereich Prozessmanagement, Requirements Engineering und Serviceorientierte Architekturen gearbeitet.

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