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Global Scrum Gathering 2019

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Das Global Scrum Gathering ist die führende Konferenz für alle „Scrummies“ weltweit. Und so habe nicht nur ich und einige weitere MID Kollegen Ende Oktober den Weg nach Wien gefunden, sondern auch über 900 andere Teilenehmer aus der ganzen Welt. Damit ist dieses Gathering das bisher größte in Europa. Beeindruckend!
Die Konferenzsäle der Messe Wien waren drei Tage lang das Zentrum der „agilen Bewegung“ und das konnte man wirklich an der Begeisterung, Offenheit und der Einstellung der Teilnehmer spüren.
Eine solch große Veranstaltung kann man natürlich selbst auch nur in Ausschnitten erfahren, da vieles parallel stattfindet und man sich für eigene Interessenschwerpunkte entscheiden muss. In diesem Blogbeitrag deswegen auch nur ein Blick auf ein paar ausgewählte Vorträge bzw. Workshops.
Darüber hinaus gab es zahlreiche „Tracks“ mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, einige davon zu den Themen:

  • Enterprise Agility
  • Environmental Safety
  • Radical Innovation
  • Technical Excellence

So, genug der Vorrede, hier jetzt also die Themen aus denen ich am meisten an Wissen ziehen konnte.

Keynotes

Von besonderem Interesse sind natürlich immer die Keynotes, da diese oft die Grundthemen der ganzen Veranstaltung definieren.
In der Keynote „Testing Business Ideas“ gab Alexander Osterwalder eine Erklärung, warum so viele Unternehmen hinter den selbst gesteckten Zielen und den Erwartungen der Kunden zurückbleiben. Um dies bereits von Anfang an zu verhindern, hat er eine Sammlung von 44 Methoden entwickelt, die Geschäftsideen auf den Prüfstein stellen. Einige dieser Methoden wurden dann auch gleich mit der gesamten Zuhörerschaft verprobt.
In der zweiten Keynote von Friederike Fabritius drehte sich alles um unser Gehirn, genauer formuliert um die kognitive Neurowissenschaft. Das war bei weitem nicht so trocken, wie es sich im ersten Moment anhört. Nein, ganz im Gegenteil schaffte es die Vortragende in einem abwechslungsreichen Vortrag alle davon zu überzeugen, dass „Fun, Fear and Focus“ zusammen die Grundlage für Performanz, Innovation und gute Zusammenarbeit im Team liefern.

Open Space

Ein Tag des Global Scrum Gatherings wurde komplett von den Teilnehmern selbst gestaltet. Im Format „Open Space“ fanden sich in 90 Minuten gut 100 Themen, über die dann im Anschluss in kleinen Gruppen ausgiebig diskutiert wurde. Das Foto zeigt die größte Open Space Themenwand, die ich bisher erleben durfte.

Global Scrum Gathering 2019 Foto1


From Output to Outcome - Shifting the Agenda for Change

Viele Organisationen stehen vor der Herausforderung eine Transformation durchführen zu müssen. Oft schlagen diese Veränderungen fehl, nicht zuletzt, weil die Methoden, die Veränderungen zu definieren und dann durchzuführen, den Mitarbeiter nicht oder zu wenig einbinden.
Agendashift bildet ein Rahmenwerk, um jeden Mitarbeiter auf jeder Ebene auf natürliche Weise in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Das Modell baut nicht auf der Einführung vorgeschriebener Lösungen auf, sondern auf einer authentischen gemeinsamen Erarbeitung der Ergebnisse.
In diesem Workshop wurde das Modell „Agendashift“ von Mike Leber vorgestellt und einige Teile davon in kleineren Übungen praktiziert.

Fazit des Workshops für mich ist, dass Agendashift einige interessante Ansätze enthält, falls man als Organisation vor der Herausforderung steht, sich zu verändern und dabei sicherstellen will, dass alle Mitarbeiter diese Veränderung auch mittragen. Allerdings finde ich den Ansatz auf den ersten Blick doch sehr umfangreich und komplex und kann dieser kann, meiner Meinung nach, kaum ohne erfahrene Betreuer kaum durchgeführt werden. Professionell durchgeführt kann Agendashift dann aber sicherlich einen wichtigen Beitrag zum Wandel in einem Unternehmen leisten.

A Psychologist’s Approach to Enabling Psychological Safety

Psychologische Sicherheit ist eine Grundvoraussetzung für die Teamleistung. Leider gibt es nur wenige Methoden und Werkzeuge, um dies in Teams zu erreichen. In diesem Vortrag von Jasmine Zahno und Joseph Pelrine wurde zunächst die Basis diskutiert, um zu verstehen, was psychologische Sicherheit ist und wie diese zur Teamleistung beträgt. 
Ziel dabei ist es, ein Umfeld des Vertrauens und der Eigenverantwortung in Teams zu schaffen, Teams konfliktfähig zu machen und echte Innovation und Kreativität im Team zu schaffen.
Eine Erkenntnis ist, dass nahezu überall Teamarbeit erwartet wird, aber in Wirklichkeit niemand tatsächlich gelernt hat in Teams zu arbeiten.
Es stellt sich natürlich die Frage, wie man diese psychologische Sicherheit in einem Team etabliert. Zunächst muss man durch geeignete Maßnahmen den aktuellen Status des Teams ermitteln. Dazu bieten sich entweder Einzelgespräche oder anonyme Umfragen an. Danach gilt es ein Bewusstsein für diesen Zustand zu schaffen, d.h. jeder muss für sich beantworten, mit welchen Teammitgliedern man gerne arbeitet und mit welchen eher nicht, welchen man vertraut und welchen nicht, usw. Dabei geht es vordergründig nicht um diese konkreten Beziehungen, sondern eher um die Etablierung von Werten. Hat man diese Werte geschaffen gilt es nach diesen zu handeln. Und zwar jeder im Team, die ganze Zeit. Darüber hinaus sollten sich die Teammitglieder auch in Situationen kennen lernen, die nicht auf die Arbeit bezogen sind

Fazit dieses Vortrags für mich ist, dass man zwar von vielen dieser psychologischen Effekte schon gehört hat und eigentlich auf weiß, dass diese eine Voraussetzung für gute Teamarbeit sind, aber man dennoch diese immer wieder vernachlässigt. Deswegen muss man sich dieser ständig bewusst sein, damit man an diesen Werten arbeiten kann und v.a. sich nach ihnen richten kann.

Create Connections While Being Effective – Liberating Structures

Für viele Organisationen ist Zeit in Meetings verschwendetet Zeit und dementsprechend etwas, das man reduzieren möchte. Selbst wenn in Meetings wichtige Fragen behandelt werden, kosten diese den Beteiligten eine Menge an Energie. Auf der anderen Seite will man häufig aber das genaue Gegenteil: mehr Verständnis, engere Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung.
Wie man diese gemeinsame Arbeit von Gruppen von Menschen so gestaltet, dass sie effektiv ist und gleichzeitig alle miteinander verbindet war das Thema dieses Workshops.
Das Mittel der Wahl war hier die sogenannten Liberating Structures.
Liberating Structures bieten eine Sammlung von im Augenblick 35 Strukturen, die miteinander verbunden werden können, um komplexe Probleme mit Gruppen zu lösen. Jede einzelne Struktur verfolgt ein anderes Ziel und ist mal mehr, mal weniger für eine konkrete Herausforderung geeignet.
Im Workshop konnten die Teilnehmer einige Techniken live ausprobieren, u.a. „Impromptu Networking“,  die sogenannten „Wicked Questions“, „1-2-4-all“ und zu guter Letzt „Min Specs“.

Fazit des Workshops für mich persönlich war, dass man Meetings wirklich interessant gestalten kann und dabei auch sehr schnell gute Ergebnisse erzielen kann. Und das selbst in einer großen Gruppe. Der ganze Workshop hat dabei gerade einmal 75 Minuten gedauert.
Ich werde mich definitiv noch weiter mit den Liberating Structures befassen.
Mehr Info dazu gibt es hier: https://www.liberatingstructures.de/

Global Scrum Gathering 2019 Foto2

 

Fazit

Für mich war es die zweite Teilnahme an einem Global Scrum Gathering. Interessant zu beobachten dabei war die Veränderung der Themen Schwerpunkte. Vor einigen Jahren lag der Fokus des Gatherings noch eindeutig auf den Grundlagen von Scrum. Wie schafft man die benötigten Strukturen, was macht ein gutes Review aus, wie gestaltet man Retrospektiven, usw. Dies ist zwar zu einem gewissen Anteil immer noch vertreten, nimmt aber in der Menge ab.

Viel mehr beschäftigt man sich aktuell mit Themen, die eher am Rande mit Scrum als solchem zu tun haben. Ein Schwerpunkt ist dabei immer wieder die Transformation eines ganzen Unternehmens und die Skalierung des Rahmenwerks.
Persönlich spannend finde ich den Schwerpunkt der Interaktion zwischen beteiligten Individuen im Scrum. Neue Ansätze für Coaching, psychologische Sichtweisen und nicht zuletzt Agile Leadership.

Ich kann allen, die sich für Agilität im Allgemeinen und Scrum im Speziellen interessieren, nur empfehlen an einem solchen Gathering teilzunehmen. Es ist sicherlich für jeden etwas dabei und es gibt eine Menge zu lernen. Entweder in den Vorträgen selbst oder in den vielen kleinen Gesprächen am Rande der Konferenz. Mir hat es auf jeden Fall wieder sehr viel Spaß gemacht und ich habe einiges mitgenommen und freue mich schon darauf, wenn die Materialien der Vorträge online gehen, damit man diese noch einmal in Ruhe durchgehen kann.

Robert Pfaff

geschrieben von Robert Pfaff

Robert Pfaff ist Senior Consultant bei der MID GmbH im Bereich Agile Consulting mit dem Fokus Softwareentwicklung mit SCRUM. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Product Owner und Requirements Engineer steht er unseren Kunden bei allen Fragen rund um agile Produktentwicklung zur Seite.

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