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DMN, ACM, BPM, BRM, CMMN – Alles klar?

Patrick Dohrmann erwähnte in seinen Beiträgen zur Prozessdigitalisierung und Prozessgestaltung mit Adaptive Case Management (ACM) bereits mehrfach die Decision Model and Notation (DMN) und ihr Potential zur Beschreibung von Geschäftsregeln, auch Business Rules genannt.

Anknüpfend an Patricks Beiträge erläutere ich im folgenden Beitrag einige in diesem Zusammenhang häufig genannte Begriffe wie bspw. Business Process Management (BPM), Business Rule Management (BRM) oder DMN und ACM. Ziel ist es, so ein Begriffssystem zu etablieren.

BPM und seine Teildisziplinen

Business Process Management kann als eine übergreifende Managementdisziplin mit dem Ziel der Optimierung der Wertschöpfung des Unternehmens aufgefasst werden. BRM, ACM und normatives BPM stellen gleichwertige Disziplinen des Business Process Managements dar. Jede ist verantwortlich für einen Teilaspekt von BPM und für jede existiert ein eigener Standard, um den jeweiligen Aspekten zu formalisieren.

Die unten stehende Abbildung stellt die Disziplinen von BPM sowie deren Teilaspekte und der dafür primär verwendeten Notation dar.

 

BPM_Begriffsystem.png
 
Begriffsystem BPM

 

BRM

Das Business Rule Management ist eine Lenkungsaufgabe, die die Planung, Steuerung und Kontrolle der Spezifikation, Dokumentation und Automatisierung von Business Rules beinhaltet.

Was ist aber eine Business Rule? Dafür lohnt es sich, die beiden Bestandteile des Begriffs zu betrachten. Generell ist eine Regel eine geltende Handlungs- oder Ausführungsvorschrift, „Business“ bezeichnet wirtschaftliche Tätigkeiten jedweder Art. Business Rules sind demnach Handlungs- oder Ausführungsvorschriften zur Durchführung einer wirtschaftlichen Tätigkeit.

Diese Business Rules werden auf unterschiedliche Arten beschrieben. Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Notationen, wie zum Beispiel die Decision Model and Notation (DMN). Die DMN bietet sich als grafische Notation für Business Rules an und ermöglicht zudem auch die direkte Automatisierung der Business Rules - ohne Überführung in andere Notationen.

Unterscheidung zwischen normativem BPM und ACM

Normative Prozesse beinhalten eine mehr oder weniger detaillierte Beschreibung über den Ablauf eines Prozesses. Prozessnutzer sollen angeleitet werden, WIE eine Wertschöpfung erreicht wird.

Für die Beschreibung von normativen Prozessen hat sich die Business Process Model and Notation (BPMN) als de facto-Standard durchgesetzt.

In ACM wird dagegen nicht beschrieben, WIE etwas zu erledigen ist, sondern WAS erreicht werden soll. Der Fokus des ACM liegt auf adaptiven Prozessen, die in Form von Cases beschrieben werden (weitere Informationen und Beispiele finden Sie in dem Blogbeitrag Adaptive Case Management als Begleiter in der Prozessdigitalisierung). Zur Beschreibung der adaptiven Prozesse wurde der Standard Case Management and Model Notation (CMMN) entwickelt.

Zusammenfassung

Business Process Management untergliedert sich in BRM, ACM und normatives BPM. BRM beschreibt das Management von Geschäftsregel. Normatives BPM beschreibt für den Prozessnutzer, WIE die Wertschöpfung erreicht wird, während ACM in den Vordergrund rückt, WAS erreicht werden soll und überlässt dem Prozessnutzer mehr Entscheidungsfreiheit.

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Weiterführende Informationen

In dem Blogbeitrag Was ist DMN (Decision Model and Notation)? Kurz erklärt! erfahren Sie in kürze Zusammengefasst, was DMN ist, wozu man es (nicht) benutzt sowie warum es eingesetzt wird.

In dem Beitrag Warum DMN, ACM und normatives BPM steht der Unterschied zwischen den drei Teildisziplinen BPM's im Vordergrund und wann man welche davon verwendet.

Dr. Michael Jacob

geschrieben von Dr. Michael Jacob

Dr. Michael Jacob ist Managing Consultant bei der MID GmbH und berät in dieser Funktion Kunden bei der modellbasierten Softwareentwicklung und im Business Process Management. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Public Sector. Bei der MID GmbH verantwortet er die Kompetenz Business Process Management und beschäftigt sich darüber hinaus mit leichtgewichtiger Modellierung in agilen Softwareentwicklungsprozessen.

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