MID GmbH

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Connecting people - Wenn die Welt auf einmal ein Dorf wird

Seit vielen Monaten sind wir jetzt schon für die MID GmbH als Scrum Master und Agile Coaches im Kundeneinsatz. Täglich arbeiten wir unermüdlich mit diversen Organisationen und Teams daran, agile Werte wie Mut, Respekt und Wertschätzung und sinnvolle Vorgehensmodelle zu etablieren und zu verbreiten. Eine spannende Herausforderung, die dauerhafte Selbstreflexion von uns fordert.
Wann beginnen wir selbst, in eingefahrenen Bahnen zu denken?
Wann verlieren wir irgendwann als Teil des Systems unsere unvoreingenommene Perspektive?
Und wie schaffen wir es, trotz eines fordernden Alltags neue Impulse und frische Ideen in unsere Arbeitsumgebung zu tragen und einfach mal "Out of the Box" zu denken?

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Ganz einfach: es hilft, von Zeit zu Zeit, das gewohnte Umfeld und auch die (eigene) Komfortzone zu verlassen. Nach dem Scrum Day im Juni sollte es nun die internationale Welt des Agile Coachings sein. Und was wäre besser dafür geeignet als ein Besuch des diesjährigen Global Scrum Gathering in London! Diese jährlich stattfindende Konferenz ist das größte, internationale Zusammentreffen von Agilisten. In diesem Jahr tummelten sich 862 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus aller Welt vom 8. bis 10. Oktober im Exhibition Center London. Eine bunte Mischung aus Interessierten, Einsteigern, Fortgeschrittenen und Veteranen war vertreten, die Bandbreite ging von Scrum Mastern und Agile Coaches über Product Owner bis hin zu Trainern aller agilen Disziplinen. Unsere persönlichen Eindrücke schildern wir euch nachfolgend sehr gerne.


Bastian Stange:

Für mich war mein erstes Global Scrum Gathering ein eindrucksvolles und schönes Erlebnis, das mich in- und außerhalb meines Arbeitsalltages sicher noch eine ganze Weile begleiten wird. Besonders die teils sehr persönlichen und tiefgreifenden Gesprächen mit Gleichgesinnten aus aller Welt die bereitwillig ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen und selbiges auch absorbieren weiten das oben bereits erwähnte Blickfeld auf die "eigene" Welt ganz beträchtlich und das entstandene Netzwerk wird auch in Zukunft für einen regelmäßigen Austausch mit neuen Ideen und Impulsen sorgen.

Doch auch die Keynotes und Vorträge halten einiges Wertvolles zum mit nach Hause nehmen bereit. So erinnert Debra Searles Gänsehaut erzeugende Geschichte ihrer Atlantiküberquerung in ihrem Vortrag "Choose your Attitude" daran, dass wir alle selbst dafür verantwortlich sind, mit welcher Einstellung wir uns den Herausforderungen unseres Alltags stellen.

Sachlicher ging es beim Workshop "Experimentation" von Jeff Patton zu, der daran erinnert, dass es eben nicht ausreicht, die doppelte Arbeit in der Hälfte der Zeit zu erledigen, sondern dass durch diese auch einen tatsächlichen Wert erzeugt werden muss. Hier trennt er zwischen "Output" (= Dinge die wir liefern) und "Outcome" (= Wert der entsteht) und die Wichtigkeit der Rolle des Product Owners, der dafür verantwortlich ist bei minimalem Output den maximal möglichen Outcome zu erzeugen. Um dies zu ermöglichen, müssen wir auch den Begriff "Minimal Viable Product" (MVP) neu denken - denn hinter jenem Begriff verstecken sich trotz der guten Intention oft Features oder gar Produkte, die der Kunde bzw. der Markt gar nicht benötigt. Stattdessen wird hier das Konzept des "Minimal Viable Experiments" vorgestellt, in dem es darum geht, mit möglichst wenig Aufwand Wissen über den Markt zu generieren und getroffene Annahmen zu verifizieren. Neben der "Deliver Velocity" ist in der Produktentwicklung die "Learning Velocity" ein wichtiger Faktor, der über Erfolg oder Misserfolg unserer Vorhaben entscheidet. Ein nützliches Werkzeug zum planen dieser Experimente ist das Opportunity Canvas, dass uns beim Generieren und verifizieren unserer Ideen unterstützen kann.

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Ähnliche Botschaften tranportierten die Keynote "Why collaboration is messy" von Tim Harford und "Diversity chocolate and safe cracking" von John le Drew, die unter anderem darlegen, warum heterogene Gruppen von Menschen bessere Entscheidungen treffen und gemeinsam erfolgreicher sind, als homogene. Die verschiedenen Blickwinkel und Perspektiven, Erfahrungen und Werte sorgen dafür, dass die Gruppe aus der Summe dieser Dinge heraus eine bessere Lösung entwickeln kann als eine Gruppe der eben diese unterschiedlichen Sichtweisen fehlen. Einen spannenden, mit Zahlen hinterlegten Artikel zu dem Thema gibt es beim Forbes Magazine.

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Ich persönlich nehme von dem Event vor allem den Kontakt und auch die Freundschaften zu vielen wundervollen Menschen mit nach Hause, die nicht nur für mein Netzwerk, sondern auch für mich persönlich eine unglaubliche Bereicherung sind.

Und so fiebere ich jetzt schon dem nächsten Global Scrum Gathering im kommenden Jahr in Wien entgegen, das für mich in Zukunft eher einem Familientreffen gleichen wird, denn einer Fachkonferenz.

 

Veronika "Feli" Stallmann:

Meine Erwartungen an das Global Scrum Gathering in London waren mannigfaltig. Interessant sollte es werden. Vor allem fachlich spannend, auf dass ich mit vielen neuen Ideen für meine tägliche Arbeit zurückkommen möge. Eine gute Gelegenheit, um wieder meine etwas eingerostete, englische Eloquenz zu schmieren. Eine hohe Messlatte, das ist wahr. Umso erstaunlicher, dass ich nicht nur das, sondern noch viel mehr bekam. Ich kann mit Fug und Recht für mich behaupten, dass ich selten das Privileg hatte, so viele erstaunliche, inspirierende Menschen in so kurzer Zeit treffen zu dürfen. Ich habe es gezählt, es sind 50 Kontakte an der Zahl, mit denen ich gesprochen, diskutiert, gegessen und das ein oder andere Guinness getrunken habe. 50 Namen, 50 Lebensläufe, 50 neue Perspektiven. Mir wurde wieder einmal bestätigt, dass alle nur mit Wasser kochen. Egal, welche Herausforderungen ich schilderte, ich stieß auf Verständnis. Aber auch auf gute Tipps. Es gab einfach unendlich viel mitzunehmen, für meine tägliche Arbeit und auch für mich persönlich.

  • Aus der Keynote "Choose Your Attitude" (Debra Searle):
    Viermal während einer Keynote zu Tränen gerührt zu sein, das ist mir tatsächlich schon lange nicht mehr passiert. Der unglaublich ergreifende Vortrag von Debra Searle bzw. die Botschaften, die diese energetische, kleine Frau transportierte, schaffte dies mühelos. Diese zarte Person, die im Alleingang ein Ruderboot von Teneriffa nach Barbados manövrierte, hatte nicht nur eine rhetorisch hervorragende Motivationsrede auf Lager, sondern offenbarte ihre ganz persönlichen Tipps für das Bestreiten eines anstrengenden Alltags. Die Kernbotschaft: die eigene Einstellung ist das faktisch einzig kontrollierbare Element in unserem Leben. Machen wir das Beste daraus!

--> Mein persönlicher Favorit: die "Wie schlimm ist es wirklich?"-Skala (in Debras Fall: vom heilen Ankommen in Barbados bis hin zum Tod durch eine Haiattacke)

--> Interessanter Lesetipp: "Rowing it ALONE" (Debra Searle)

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  • Aus "Negotiating for your life: how to master critical leadership conversations" (Portia Tung): Erfolgreich verhandeln bedeutet fair und ruhig zu bleiben. Die Stimme ist hierbei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Portia bezeichnete die richtige Stimmlage als "Late Night FM DJ Voice". Und betonte die Wichtigkeit des richtigen Atmens in Stresssituationen.

--> Für mich heißt das: einatmen, ausatmen. Und runter mit der Tonlage!

--> Interessanter Lesetipp: "NEVER SPLIT THE DIFFERENCE: Negotiating as if your life depended on it" (Chriss Voss with Tahl Raz)

 

  • Aus "Scrum is from Mars, Kanban is from Venus" (Dan Brown, auch bekannt als KanbanDan):

Eine Wohltat für meine Kanban-liebende Seele! Dan machte die Unterschiede zwischen Scrum als Vorgehen zur Produktentwicklung und Kanban als ständige Verbesserungsarbeit am bereits existierenden Prozess klar. Zudem räumte er mit dem Mythos "Scrumban" auf und demonstrierte an einem anschaulichen Beispiel, wie Scrum und Kanban sich perfekt ergänzen und dementsprechend harmonieren.

--> Die Bestätigung für mich: Scrum und Kanban gehen auf jeden Fall Hand in Hand, solange man beides für genau die Lösung der Problemstellungen benutzt, für die jeweils das eine oder das andere perfekt geeignet ist.

--> Interessanter Lesetipp: "Essential Kanban Condensed" (David J. Anderson, Andy Carmichael)

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Tatsächlich könnte ich die Liste noch sehr lange fortführen. So viele neue Methoden, so unendlich großartige Ideen! Und wie schon erwähnt, so viele wunderbare Menschen, die mein Netzwerk bereichern und somit neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit schaffen. Sowohl als Agile Coach für die MID als auch ein ständige Weiterentwicklung bedachter Mensch, möchte ich diese Konferenz als grandiosen Erfolg bezeichnen. Noch besser ist, dass diese Erfolgsgeschichte bereits nächstes Jahr beim Global Scrum Gathering in Wien fortgesetzt wird. Für mich ein Heimspiel, auf das ich mich schon sehr freue!

Erfüllt von all diesen neuen Eindrücken, Ideen und Inspirationen starten wir nun wieder voller Energie in unseren Arbeitsalltag. Wenn Ihr Fragen habt oder euch einfach nur mit uns austauschen wollt, freuen wir uns auf Eure Nachrichten!

Veronika Stallmann/Bastian Stange

geschrieben von Veronika Stallmann/Bastian Stange

Veronika Stallmann, in der agilen Community besser bekannt als "Feli", ist Senior Consultant bei MID und für den Geschäftsbereich "Software Development Life Cycle" mit dem Fokus "(Agile) Coaching" im Großraum Nürnberg unterwegs. Nach einigen Jahren im Bank- und Bildungswesen war sie in den letzten 6 Jahren in diversen Softwareentwicklungsprojekten unter anderem als Requirements Engineer, (Large Scale) Scrum Master, Kanban Coach und TFS Consultant eingesetzt. Feli unterstützt unsere Kunden bei agiler Produkt- und Organisationsentwicklung, agilen Transformationen, der Implementierung von agilen Frameworks aller Art und steht bei Fragen rund um das Thema "Agilität" gerne mit Rat und Tat zur Verfügung.-------- Bastian Stange ist Agile Coach und Senior Consultant im Geschäftsfeld Business Process Management. Er bringt 8 Jahre Erfahrung als Agile Coach und Product Owner aus der Produktentwicklung im öffentlichen Dienst, der Versicherungsbrache, der Videospieleentwicklung sowie dem Agenturgeschäft mit. Bastian unterstützt unsere Kunden bei agiler Produkt- und Organisationsentwicklung, der Implementierung von agilen Frameworks und bei spezifischen Fragen rund um das Thema Agilität.

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