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Buchrezension: Die autonome Revolution – Wie selbstfahrende Autos unsere Straßen erobern

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Autonomes Fahren ist keine bloße Theorie, die in ein paar Jahren vielleicht vereinzelt umgesetzt wird – Es ist bereits Realität. Das stellt das Fachbuch von Andreas Herrmann und Walter Brenner bereits zu Beginn heraus. Schon heute befinden sich zahlreiche autonom fahrende Fahrzeuge auf der Straße, allerdings noch lokal begrenzt und unter kontrollierten Bedingungen.

Auf dem Weg hin zu einer vollständig autonomen Mobilität beleuchten die Autoren eine Vielzahl an gesellschaftlichen Bereichen und Ebenen, weil es aus ihrer Sicht auch genau dies bedeutet: eine komplette gesellschaftliche Veränderung aus sozialer, ökonomischer und kultureller Sicht.

Sie beschreiben die Entwicklung eines völlig neuen Mobilitätsverhaltens, das auch andere Transportmittel als Verbund sowie das Umfeld des Autos mit einschließt. Das einzelne Fahrzeug wird Teil eines Ökosystems, da es hochgradig vernetzt sein wird mit anderen Verkehrsteilnehmern, der Infrastruktur, dem Internet, dem Zuhause, dem Arbeitsplatz, … Konzepte wie das Car -und Ride-Sharing werden diese disruptive Technologie noch abrunden.

Es werden fünf technologische Stufen bis hin zur vollständigen Automatisierung dargestellt, mit jeder einzelnen von ihnen werden mehr Fahraufgaben vom Menschen zur Maschine transferiert.

Im Zusammenhang mit der Skizzierung einer autonom agierenden Verkehrswelt werden vor allem die vielfältigen positiven Effekte herausgestellt: die Entlastung der Umwelt (Im Übrigen ganz unabhängig von der Motorisierung), die Reduktion der sozialen Kosten (Unfälle, Kraftstoff, Landverbrauch, Emissionen) und die Zunahme der persönlichen Freiheit nicht nur durch Zugewinn von Freizeit sondern auch durch die Mobilisierung von Alten und Kranken. Es wird darauf verwiesen, dass kein anderer Faktor den persönlichen und allgemeinen Wohlstand so sehr beeinflusst wie die Mobilität.

Das größte Hindernis auf dem Weg zur autonomen Mobilität sehen die Autoren nach wie vor im Fehlen eines einheitlichen Regelwerks, insbesondere im Hinblick auf die Verantwortlichkeit für Unfälle und Kosten, die autonome Fahrzeuge verursachen können. Zudem muss das Vertrauen der Menschen in die Technologie sensibel gestärkt werden, beispielsweise durch den Ausbau von Fahrerassistenzsystemen.

Für die Automobilindustrie birgt diese Entwicklung ein enormes Risiko, weil sich der Fokus zunehmend von der Hard- zur Software verschiebt. Die Autoproduzenten müssen sich lt. Herrmann/Brenner substanziell verändern und ihre Industrielogik aufgeben. Sie leiten final sowohl eine Agenda für die Fahrzeughersteller als auch einen 10 Punkte Plan für die Regierungen ab. Denn, so ihre These, das Potenzial, das in der autonomen Revolution steckt, kann nur ausgeschöpft werden, wenn die Gesellschaft als Ganzes diesen Schritt wagt.

Kritik

Wer das Buch lesen möchte, sollte wissen, dass der technische Aspekt, der hinter autonomen Fahrzeugen steckt, nur einen kleinen Teil des Buches einnimmt – und das ist gut so. Denn es ist die Berücksichtigung von Themen wie das Vertrauen der Menschen, Datenschutz in vernetzten Welten, neue Geschäftsmodelle u.v.m., die dem Buch den Anspruch verleiht, ein Rahmenwerk zu sein.

Aufgrund der zahlreichen Einflussebenen und Perspektiven hatte ich mitunter ein wenig Probleme mit der Buchstruktur, aber das nimmt man für die inhaltliche Vollständigkeit in Kauf.

Den Autoren ist es besonders gut gelungen, ein Bild von der Mobilität von morgen zu zeichnen. Es werden viele praktische Beispiele skizziert, die das Verstehen einfach machen. An einigen wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass die Erwartungen an diese Technologie etwas zu rosig formuliert sind, die Autoren argumentieren aber durchweg mit konkreten Berechnungen.

Fazit

Jeder, der sich nur ein wenig für das Thema interessiert oder einen Blick in eine mögliche Zukunft wagen will, wird an dem Buch Freude finden. 350 Seiten sind zwar nicht so schnell gelesen, werden aber dem Umfang des Themas gerecht.

Die autonome Revolution: Wie selbstfahrende Autos unsere Welt erobern

1. Auflage, 2018
von  Andreas Herrmann und Walter Brenner
Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
352 Seiten
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3962510046
Preis: 30,00 €

Herbert Förschner

geschrieben von Herbert Förschner

Herbert Förschner ist Sales Manager bei der MID GmbH. Vor seiner Zeit bei der MID studierte er Customer Relationship Management an der TU Chemnitz, anschließend arbeitete er als Sales Consultant in der Marktforschung. Bei der MID GmbH kümmert er sich vor allem um Kunden des öffentlichen Bereichs.

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