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Buchrezension: Abenteuer Change Management

 Jörg Hänfling

 24 Jul 2017

Buchrezension

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von Manfred Höfler, Dietmar Bodingbauer, Hubert Dolleschall

Es geht direkt los, Kopfsprung ins Thema Veränderungen auf der ersten Seite. Ohne Vorwort, ohne Einführung, ohne Aufzählung relevanter Theorien zum Organisationsverhalten moderner Unternehmen.

Die These der Autoren wird sein, dass der Leser aus einem gewissen Leidensdruck zu ihrem Buch greift. Er (oder sie, ff) grübelt darüber, warum es seiner Firma nicht gelingt, die angefangenen betrieblichen Umgestaltungen zu Ende zu bringen. Oder er versucht schon seit Monaten seine Teamkollegen dazu zu bewegen, die Arbeitsprozesse zu optimieren, findet aber nirgendwo Gehör.
Der Leser hat vielleicht schon „alles versucht“ und ist mit seinem Latein am Ende, oder er weiß gar nicht so recht, wo er anfangen soll. Genau in dieser Situation sucht er ganz konkrete, praxisbezogene Hilfe.

Die ersten Seiten nehmen den Leser in Empfang und helfen bei der Standortbestimmung. Eine Selbst-Anamnese und eine Hilfestellung, um einen Schritt zurückzutreten und eine komplizierte und verworrene Situation ein wenig objektiver betrachten zu können. Es sind wenige Fragen, die aber sehr zielgerichtet bei einer „Aufstellung“ des Problemraums helfen und dabei, sich seiner eigenen Rolle in diesem Veränderungsprozess bewusst zu werden.

Nach nicht mehr als 20 locker beschriebenen Seiten tut sich auch schon die Schatzkammer auf: In zehn Kategorien unterteilt, kann der Leser sich aus 80 konkreten Anregungen und Hilfestellungen bedienen. Ein sequentielles Durcharbeiten ist hier nicht erforderlich, je nach individuellem Problemschwerpunkt beginnt man mit den für sich passenden Kategorien.

Die Anregungen, oder Impulse wie sie im Buch genannt werden, sind ebenfalls sehr kurz und prägnant beschrieben und passen in jedem Fall auf eine Buchseite. Zu jedem Impuls ist auf der gegenüberliegenden Seite ein kleiner Comic abgedruckt. Das sind zwar humormäßig nicht immer absolute Schenkelklopfer, bringen den Kern der Aussage oft recht pointiert auf den Punkt. Und zumindest durch ein Schmunzeln entspannt man sich bei solch ernsten Themen auch ein wenig.

Bei der inhaltlichen Tiefe der Impulse stößt der geneigte Leser allerdings schnell an Grenzen. Mehr als eine Anregung, ein Impuls, kommt auf einer Buchseite kaum heraus. Gerade bei den Punkten, die der Leser für sich entdeckt hat und umsetzen möchte, fehlen ihm dann schnell mehr konkrete Ansatzpunkte oder Varianten der Methode. Andere Impulse kamen mir bisweilen banal oder wiederum abgehoben vor, aber für einen anderen Leser mag das in dessen Situation auch genau das Richtige sein.

Kritik hinsichtlich nicht weit genug gehender methodischer Beschreibung möchte ich dennoch nicht anbringen. Auf die eingangs beschriebene Situation bezogen setzt das Buch nämlich sein Versprechen recht gut um. Es bietet Orientierungshilfe und zeigt neue Lösungsaspekte auf. Die Probleme können individuell, unterschiedlich und vielschichtig sein, daher ist es zweckmäßig, bei Lösungsvorschlägen eher auf Quantität denn auf Qualität zu setzen. Mit den neuen Ideen im Gepäck kann sich der Leser dann auch, falls notwendig, in weiterer Fachliteratur weiterbilden. Oftmals genügt aber vielleicht schon der neue Anstoß, um den Stein wieder ins Rollen zu bringen. Und morgen warten schon wieder ganz andere Probleme.

Mein Fazit:

Dieses Buch kann Gold wert sein für Menschen, die in diesem Moment aktiv mit der Gestaltung von betrieblichen „Changes“ befasst sind oder drauf und dran sind, Veränderungen loszutreten. Wer sich generell mit dem Thema Change Management auseinandersetzen möchte oder etwas „auf Vorrat“ lesen möchte, ist womöglich schnell gelangweilt.

Jörg Hänfling

geschrieben von Jörg Hänfling

Jörg Hänfling organisiert als Product Manager bei MID die Weiterentwicklung von Innovator. Seine vorhergehende Tätigkeit als Berater in Softwareentwicklungsprojekten im Geschäftsprozess- und SOA-Umfeld liefert ihm das Wissen um die Herausforderungen beim praktischen Einsatz von Modellierung und Modellierungstools. Als Anwendungsentwickler und IT-Revisor im Versicherungsumfeld bringt er zudem langjährige Erfahrung in der kaufmännischen Softwareentwicklung mit.

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